Das Eurohuman-Projekt der Käthe-Kollwitz-Schule geht zu Ende

 

Ein weiteres Schuljahr ist beendet und mit ihm endete auch das zweijährige Erasmus-Plus Projekt "Eurohuman - Humanism-Centered Project for a Peaceful Europe". Die Käthe-Kollwitz-Schule hat eine lange Tradition, wenn es um die Teilnahme an internationalen Projekten geht. Lucile Blume und Stefan Suchopar haben bereits mit einer großen Anzahl verschiedener Schüler an vielen dieser Projekte teilgenommen. An diesem, von EU-Geldern finanzierten Projekt waren Schulen aus der Türkei, aus Portugal, aus Österreich, aus Bulgarien und die Käthe-Kollwitz-Schule aus Langenselbold beteiligt.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, so lautet eine der grundlegenden Aussagen aus der Bibel. Um zu leben braucht der Mensch also mehr, als nur Nahrung, mehr nur das, was nötig ist um den Körper am Leben zu halten. Auf die Schule übertragen, reicht es nicht aus, den Schülern nur Wissen ohne einen Wertekompass zu vermitteln. Zu den wichtigen Werten für ein soziales Miteinander gehören Empathie und Demokratieverständnis. Ziel des Projekts ist es daher, die Vermittlung dieser Werte im Unterricht zu stärken, Wege aufzuzeigen, wie Fachunterricht ganzheitlich werden kann, wenn nicht nur das Hirn sondern auch das Herz angesprochen wird. Ein wichtiges Ergebnis des Projekts sind deshalb die Unterrichtseinheiten, welche die einzelnen Lehrer für verschiedene Fächer konzipiert haben. In diesen Unterrichtseinheiten soll die grundlegende Idee der Vermittlung menschlicher Werte vermittelt werden. Ein interessanter Aspekt war in diesem Kontext die Zusammenarbeit mit Lehrern aus ganz verschiedenen Ländern. Es war eine lohnende Herausforderung, mit Kollegen aus sechs verschiedenen Ländern mit teilweise sehr unterschiedlichen Herangehensweisen stets zu einer Lösung und einer Entscheidung zu kommen, mit der alle einverstanden waren - gelebte Demokratie.

Erasmus-Plus Projekte sind so konzipiert, dass die teilnehmenden Schulen sich gegenseitig besuchen und eine selbst festgelegte Agenda bearbeiten. Für die projektinterne Kommunikation wurden die Plattform E-Twinning und die sozialen Netzwerke verwendet. Während E-Twinning vorrangig zum Austausch der Arbeitsergebnisse diente, wurden über die Netzwerke Fragen geklärt, die während des Arbeitsprozesses entstanden. Einige Ergebnisse des Projekts sind auf der Website www.eurohumanproject.com zu sehen.

Das Eurohuman-Projekt führte die teilnehmenden Schulen zunächst nach Antalya, wo die Rahmenbedingungen des Projekts geklärt wurden. Es wurde ein grober Zeitrahmen für die folgenden Treffen festgelegt. Ebenso wurde entschieden, welche thematischen Schwerpunkte bei diesen Treffen bearbeitet werden sollten. Dieses Treffen war für alle Beteiligten sehr spannend, weil man sich zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht begegnete. Spätestens nach dem ersten gemeinsamen Essen war jedoch allen klar, dass die Chemie in der Gruppe ausgezeichnet war. Die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit war gelegt. Für die folgenden Treffen wurden diese Schwerpunkte vereinbart:

Januar 2017: Sofia, Bulgarien
Gesellschaftswissenschaften: Gemeinsame humanistische Werte im Laufe der Geschichte und Respekt für Vielfalt 

März 2017: Langenselbold, Deutschland
Die Bedeutung von Kunst für soziale Werte und den interkulturellen Dialog

Mai 2017: Wels, Österreich
Evaluation der Ergebnisse des ersten Projektjahres

Oktober 2017: Alcains, Portugal
Zusammenarbeit mit NGOs (Humanitäre Hilfsorganisationen) um bei den Schülern das Bewusstsein für sozial benachteiligte Menschen zu stärken

März 2018: Mezzarino, Italien
Fairplay und die Verhinderung von Gewalt im Sport

Juni 2018: Antalya, Türkei
Zusammenfügen und Evaluation der Endergebnisse des Projekts

Während die Treffen genutzt wurden, um bevorstehende Aufgaben zu koordinieren und bestehende Ergebnisse zu präsentieren, fand für Schüler und Lehrer die eigentliche Arbeit jeweils an den eigenen Schulen zwischen den Treffen statt. Im Wahlpflichtunterricht "Erasmus" arbeiteten die Schüler am Projekt. Dabei wurden Fragestellungen und Themenkomplexe wie zum Beispiel: "Fairplay im Sport" oder "Auf welche Weise kann Kunst soziale Werte vermitteln" beantwortet. Die Ausgestaltung und Umsetzung der einzelnen Aufgaben lag in der Hand der Schüler. Der Unterricht war bilingual, das heißt es wurde auf Englisch unter Zuhilfenahme der deutschen Sprache kommuniziert.

Wie sich herausstellte, trog auch der anfängliche erste positive Eindruck nicht: Die Gruppe sollte sich zu mehr als einer reinen Arbeitsgemeinschaft entwickeln. Es wurden Freundschaften geschlossen, welche die Zeit des Projekts überdauern sollten. Das gleiche gilt natürlich auch für die 21 Schüler der Käthe, die an dem Projekt teilnahmen. Am Anfang wussten viele nicht was auf sie zukommen würde, waren neugierig, euphorisch aber teilweise auch etwas vorsichtig und zurückhaltend. Für Viele war dies der erste Kontakt mit Schülern aus anderen Ländern. Die Tatsache, dass Englisch für keinen der Schüler die Muttersprache war, erleichterte die Kommunikation innerhalb der Gruppe. Dadurch dass sich Alle auf Englisch unterhalten mussten und niemand frei von Fehlern war, fielen die Hemmungen vor der Fremdsprache ziemlich schnell. Neben der Übung in der Fremdsprache profitierten die Schüler aber auch in vielen anderen Gebieten. Sie lernten in einer Gruppe zu arbeiten, Aufgaben auf viele Schultern zu übertragen und trotzdem, beziehungsweise gerade deswegen, am Ende zu einem überzeugenden Ergebnis zu kommen. Der Umgang mit neuen Herausforderungen, das Verlassen der Komfortzone führte dazu, dass die Kinder deutlich selbstbewusster auftraten und diese Sicherheit auch auf den Schulalltag übertragen konnten.

Dank des Engagements aller Beteiligten wurde das Projekt zu einem großen Erfolg. Dieser Erfolg wäre aber ohne die hervorragende kollegiale Unterstützung an der Käthe-Kollwitz-Schule nicht möglich gewesen. Exemplarisch sind die Kollegen Sebastian Hardies, Florian Schröder, Laura Kuckelkorn, Sebastian Rau, und Florian Neumann zu nennen.

Stefan Suchopar

 

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Das Erasmus+ Projekt “Kommunikation” geht an der Käthe in seine erste Runde

 

 

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Erasmus

 

Am Montag, den 18. November, war es endlich soweit. Nach Monaten mühsamer Vorbereitung, scheinbar endloser Papierarbeit und viel Kontakt über die sozialen Netzwerke durfte die Käthe endlich die fünf Partner des Erasmus-Projekts „Kommunikation“ persönlich begrüßen. Wie sich zeigen sollte hatte die Lehrerin Lucile Blume mit hilfreicher Unterstützung von vielen Kollegen im Vorfeld ein abwechslungs- und lehrreiches Programm erstellt.

Das Projekt findet im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ statt. Lucile Blume hat federführend in Kooperation mit ihren Partnern aus Spanien, Polen, Bulgarien, Kroatien und Portugal das Projekt konzipiert und beantragt. Nach dem positiven Bescheid im Sommer begann die heiße Planungsphase und schließlich das erste Projekttreffen an der Käthe.

Wie oft haben wir uns nach einem Gespräch, das irgendwie überhaupt nicht so verlief, wie ursprünglich geplant, gedacht: Das habe ich doch ganz anders gemeint. Aber da ist es meistens schon zu spät, um die Situation noch zu retten, der Konflikt ist bereits vorprogrammiert. Kommunikation bedeutet eben mehr als nur das lexikalische Verstehen von Wörtern. Ohne das Wissen um Gestik und Mimik, ohne das Wissen um kulturelle Unterschiede und ohne Empathie kann Kommunikation nicht funktionieren. In diesem Projekt soll die zwischenmenschliche Kommunikation in all ihren Facetten beleuchtet werden. Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis füreinander Vorurteile abzubauen und Konflikte vorzubeugen.

In gemischten Teams aus Teilnehmern aller Länder des Projekts arbeiteten die Schüler und Schülerinnen in Workshops. Beispielsweise wurden lokale Dialekte beleuchtet und es wurden phantasievolle Hintergrundgeschichte zu Photographien von Herrn Joachim Roth geschrieben.

Ein Höhepunkt für viele Kinder war der Ausflug nach Frankfurt gemeinsam mit Lucile Blume und Yuliya Ripkens. Im Kommunikationsmuseum besuchten die Kinder die Dauerausstellung rund um die Geschichte der Kommunikation und die Sonderausstellung, die sich mit dem Thema Gestik befasste. Ein Workshop und in zahlreichen praktischen Übungen lernten die Kinder, wie leicht unbewusste Gesten die Bedeutung der gesprochenen Worte verändern können. Der Besuch des Maintowers bot bei strahlendem Sonnenschein nicht nur eine tolle Aussicht auf die Stadt, sondern natürlich auch die Gelegenheit für schöne Gruppenfotos.

Vielen Dank an die Kollegen und Kolleginnen die so zahl- wie hilfreich zum Gelingen der Woche beigetragen haben.

Mittelpunkt des Projektes sind natürlich die Kinder. 20 Schüler und Schülerinnen der Käthe nahmen ebenso viele Kinder aus den Partnerländern auf. Der größte Dank geht deswegen an die Eltern, die sich während des Austauschs gut um ihre Gäste kümmerten, sie Teil ihrer Familie sein ließen und ihnen somit eine unvergessliche Woche bereitet haben.